Betreuungsschlüssel in der Flüchtlingsunterbringung: Anschlussunterbringung soll verbessert werden

Veröffentlicht am 01.07.2016 in Pressemitteilungen

Die SPD-Fraktion im Stuttgarter Rathaus fordert per Antrag Verbesserungen bei der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen. Ziel ist die Anschlussunterbringung auf der Basis eines Betreuungsschlüssels von 1:120.

Dafür soll die Verwaltung gemeinsam mit Betreuungsorganisationen ein Betreuungskonzept erarbeiten. Stadträtin Dr. Maria Hackl: „Die Anschlussunterbringung ist zentral für die Integration der Flüchtlinge.“

Bereits in den letzten Haushaltsberatungen wurde die Verbesserung des Betreuungsschlüssels diskutiert. Jedoch fand ein interfraktioneller Antrag der SPD damals keine Mehrheit. Gründe waren dabei unter anderem, dass das Land die Refinanzierung der Flüchtlingsbetreuung neu regeln und damit eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels einhergehen würde.

„Erfreulicherweise finanziert das Land mittlerweile einen Betreuungsschlüssel von 1:110 für die vorläufige Unterbringung. Weniger erfreulich ist jedoch, dass der Betreuungsschlüssel in der Anschlussunterbringung parallel zu dieser Verbesserung auch weiterhin bei 1:136 bleiben wird. Im Hinblick auf die von Allen gewünschte Integration der Flüchtlinge kommt der Anschlussunterbringungen die entscheidende Funktion zu.“

„Sprachförderung, Hinführung zu Qualifizierung, Ausbildung und Arbeit sowie die Begleitung der Integration der Kinder in Kita und Schule können mit einem Personalschlüssel von 1:136 nicht in der gewünschten Weise geleistet werden, und das auch deshalb, weil sich die psychosozialen Betreuungserfordernisse in der Anschlussunterbringung fortsetzen“, erklärt die SPD-Stadträtin und Expertin für Flüchtlingsfragen Dr. Maria Hackl.

Die Betreuungsorganisationen weisen zudem darauf hin, dass die plausibel erscheinende Zusammenfassung der beiden Betreuungsschlüssel, die rein rechnerisch bei etwa 1:123 läge (Stand Juli 2016), nicht zulässig sei, da die Asylverfahren nur noch wenige Monate dauerten und der Schlüssel von 1:110 nur wenige Monate gelte.

Der vermeintlich gute Schlüssel wird sich dementsprechend degressiv Richtung 1:136 verschlechtern, womit letztlich keine nachhaltige Verbesserung der Betreuung einhergeht. Die SPD fordert deshalb in ihrem Antrag, dass der selbst von der Verwaltung im Sommer 2015 begründete Schlüssel von 1:120 für die Anschlussunterbringung endlich realisiert wird.


Lesen Sie jetzt den vollständigen Antrag.

 
 

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