17.05.2009 in Beschlüsse von SPD Ortsverein Birkach-Plieningen

Positionspapier Bildung, Betreuung und Soziale Verantwortung

 

1. Bildung entscheidet nicht nur über den ökonomischen Erfolg einer Gesellschaft, sondern vor allem auch über die Lebensperspektiven und Teilhabechancen jedes einzelnen jungen Menschen. Für ein zukunftsfähiges und lebenswertes Stuttgart setzt die SPD auf die Talente und Fähigkeiten aller Stuttgarter Kinder und Jugendlichen, unabhängig von nationaler und sozialer Herkunft. Kinder und Jugendliche erhalten eine umfassende individuelle Förderung und Begleitung, die sich an ihrem jeweiligen persönlichen und familiären Bedarf orientiert. Die SPD unterstützt alle Bestrebungen zu einer vollständigen Inklusion von Bildungseinrichtungen mit der gleichberechtigten Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen.

2. Unsere Stadt braucht Familien, die verantwortliche Erziehung ihrer Kinder und berufliche Tätigkeit miteinander in Einklang bringen können. Der rasche Ausbau von hochwertigen Bildungs- und Betreuungsangeboten hat für die SPD höchste Priorität. Jede Familie soll selbst entscheiden, welche Angebote sie in Anspruch nimmt. Die SPD garantiert jedoch allen Eltern mit Bedarf, zur Unterstützung ihrer Erziehung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, professionelle Ganztagesangebote für Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 16 Jahren zur Verfügung zu stellen. Die Wirtschaft wird aufgefordert, ihren Beitrag für familienfreundliche Arbeitsplätze zu leisten.

3. Kindertagesstätten und Schulen sind neben der Familie und der Jugendarbeit die zentralen Orte des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen und damit Teil des kulturellen und sozialen Zusammenlebens. Sie benötigen die aktive Mitwirkung und Beteiligung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Einrichtungen im Gemeinwesen. Die SPD fordert den Ausbau lokaler Bildungspartnerschaften in der Stadt Stuttgart und ihren Stadtbezirken. Dies erfordert eine enge Verzahnung und Zusammenarbeit von Kindertagesstätten, Schulen, Jugendarbeit sowie kulturellen und sozialen Einrichtungen im Gemeinwesen.

4. Über die Hälfte aller Stuttgarter Kinder und Jugendlichen kommen aus Einwanderungsfamilien. Die Erlernung der deutschen Sprache ist für alle Kinder und Jugendlichen eine wesentliche Grundlage für die erfolgreiche Beteiligung in unserer Gesellschaft. Die SPD fordert deshalb integrative Konzepte der Sprachförderung an allen Einrichtungen. Die verpflichtende Mitwirkung der Eltern, insbesondere zur Teilnahme ihrer Kinder an der Sprachförderung, wird von der SPD angestrebt. Dazu notwendig sind jedoch auch die Förderung von Mehrsprachigkeit und die Weiterentwicklung von Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe zu Orten der kulturellen Vielfalt, Toleranz und Beteiligung.

5. Die SPD will sicherstellen, dass ausreichend Plätze für 0 bis 2jährige verfügbar sind. Wir wollen deshalb den Versorgungsgrad für die frühkindliche Betreuung bis 2013 in Stuttgart auf 75 Prozent erhöhen. Wer mehr Chancengleichheit im Bildungsbereich will, muss außerdem dafür Sorge tragen, dass nicht nur 85 Prozent – wie heute –, sondern möglichst alle Kinder in den Genuss der vorschulischen Bildung kommen. Um dieses Ziel besser erreichen zu können, wollen wir mindestens das erste Kindergartenjahr von Elternbeiträgen befreien. Längerfristig müssen Kindertagesstätten wie Schulen von Elterngebühren gänzlich freigestellt werden. Dabei steht die SPD auch für die weitere Verbesserung der Betreuungsqualität. Dazu werden Personalschlüssel verbessert und Gruppengrößen verkleinert. Für ein qualifiziertes Bildungs- und Betreuungsangebot müssen Einrichtungen verstärkt mit qualifiziertem Personal ausgestattet und zielgerichtete Weiterbildungen finanziert werden. Ganztagesangebote müssen in allen Ferien zugänglich sein und flexible Betreuungs-Settings auch am Abend und am Wochenende beinhalten.

6. Die SPD fordert die Einrichtung von mindestens einem Familien- oder Bürgerzentrum in jedem Stadtbezirk. Eltern brauchen Anlaufstellen für Austausch, Kontakte, Angebote der Elternbildung, individuelle Unterstützung und Beratung. Eine wichtige Aufgabe von Familienzentren besteht in der Förderung und Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern durch den Ausbau früher Hilfen und Netzwerke des Kinderschutzes sowie aufsuchende Beratung und wohnortnahe Förderung.

7. Die Landeshauptstadt Stuttgart als wichtigster Schulträger im Land muss im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger von der Landesregierung mit allem Nachdruck eine Bildungspolitik einfordern, mit der die weitere Ausgrenzung von Kindern und die Verschärfung sozialer Unterschiede gestoppt werden. Dazu notwendig sind die generelle Einführung von Ganztagesangeboten, die Überwindung des dreigliedrigen Schulsystems und die sofortige verbindliche Einführung des 10. Schuljahres. Kommunen müssen als Schulträger mehr Rechte erhalten, um im Rahmen ihrer Budgetverantwortung eigenständige Profile entwickeln und Lehrkräfte einstellen zu können.

8. Die SPD versteht Bildung als umfassenden Prozess der Entwicklung und Entfaltung individueller Fähigkeiten, die Kindern und Jugendlichen ermöglichen zu lernen, Leistungspotenziale zu entwickeln, Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten. Die Stadt Stuttgart muss ihre Schulen zu sozialen Bildungs- und Lernzentren verändern, in deren Mittelpunkt die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler stehen. Ziel ist die integrative und individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung und ihren Fähigkeiten. Jede Stuttgarter Schule erhält mindestens eine Vollzeitstelle für die von freien Trägern durchgeführte Sozialarbeit an Schulen.

9. Ganztagesangebote benötigen innovative Konzepte, die von einem integrativen Bildungsbegriff mit vielfältigen Bildungsorten ausgehen. Alle Stuttgarter Schulen müssen mit verbindlichen Ganztagesangeboten, Vollverpflegung, professioneller Hausaufgabenhilfe und Betreuung ausgestattet werden. Die SPD setzt sich ein für ein modernes ganztägiges Bildungsangebot in und außerhalb der Schule, für gemeinsam verantwortete Bildungsprozesse und die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein. Dies erfordert auch den Ausbau sportlicher, musisch-kultureller und politischer Bildung in Kooperation der verschiedenen Bildungsträger. Alle Kindertagesstätten und Schulen sowie Organisationen der außerschulischen Bildung erhalten eigene Budgets, um verbindliche Angebote und Kooperationen dauerhaft und unabhängig von Projektfinanzierungen anbieten und aufeinander abstimmen zu können.

10. Alle Stuttgarter Schulen benötigen ausreichende und zweckmäßige Schulgebäude, in denen sich moderne Bildungskonzepte verwirklichen lassen. Dazu gehören Gruppenräume, Lehrerarbeitsplätze, moderne Infrastruktur und Technik sowie Plätze für Sport- und Freizeitaktivitäten. Zur Modernisierung der Schulen fordert die SPD ein deutlich aufgestocktes weiteres Ausbauprogramm sowie ausreichende personelle Ausstattung der für Planung und Durchführung zuständigen Abteilungen in der Stadtverwaltung.

11. Einrichtungen und Angebote der Jugendhilfe haben einen eigenständigen Bildungsauftrag und ermöglichen Kindern und Jugendlichen spezifische Erfahrungen, Erlebnisse und Entwicklungschancen. Sie werden deshalb von der SPD als gleichwertige Bildungspartner angesehen, die in alle Planungen einzubeziehen und ausreichend zu fördern sind. Gerade die außerschulische Jugendbildung mit ihren auf Freiwilligkeit und Beteiligung angelegten Angeboten, ihrer Förderung des ehrenamtlichen Engagements sowie den Lern- und Erfahrungsräumen unter Gleichaltrigen (peer-groups) ist für die Ausgestaltung non-formaler Bildungsprozesse von besonderer Bedeutung und bedarf der verlässlichen regelhaften Förderung.

12. Bildung endet nicht mit dem Schulabschluss. Berufliche Bildung vermittelt zentrale Kompetenzen für die Erwerbsarbeit, materielle Unabhängigkeit und Identität junger Menschen. Jeder Stuttgarter Jugendliche muss deshalb die Chance auf einen grundlegenden schulischen Abschluss und eine berufsqualifizierende Ausbildung erhalten. Die SPD fordert deshalb neben schulischen Nachqualifizierungen eine ausreichende Anzahl von betrieblichen und betriebsnahen Ausbildungsplätzen in der Zusammenarbeit von Betrieben, Stadt, Arbeitsagentur und örtlichen Bildungsträgern. Erfolgreiche Modelle – wie die assistierte Ausbildung und die Einführung von Produktionsschulen – sind bedarfsgerecht auszubauen.

13. In unserer wohlhabenden und kinderfreundlichen Stadt Stuttgart darf kein Kind aus Armut um seine Bildungschancen gebracht werden. Dazu fordert die SPD sofortige Maßnahmen zur materiellen Grundsicherung von Familien sowie kostengünstiges hochwertiges Mittagessen, individuelle Förderung und vollständige Lernmittelfreiheit für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen.

14. Der „2. Bildungsweg“ bietet einer großen Zahl von Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern Bildungschancen über nachgeholte Schulabschlüsse. Dies geschieht unter hohem zeitlichen Aufwand und ungerechten finanziellen Belastungen. Die Stadt Stuttgart muss diesen Bildungsgängen dauerhaft gute Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen sowie die Förderung der Angebote erhöhen und vereinheitlichen.

15. Weiterbildung stärkt im lebenslangen Lernen die politische und kulturelle Kompetenz der Bürgerinnen und Bürger. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Qualifizierung und damit auch zur Schaffung künftiger und Sicherung vorhandener Arbeitsplätze. Diese vierte Säule des Bildungswesens benötigt deshalb durch das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart eine verstärkte Förderung. Weiterbildung muss für die Nutzerinnen und Nutzer finanziell attraktiv und leicht zugänglich sein. Dazu ist ein strukturiertes Netzwerk unter Federführung der Volkshochschule aufzubauen und zu finanzieren.

22.02.2009 in Beschlüsse von SPD Ortsverein Birkach-Plieningen

Bildung für alle

 

SPD Stuttgart

Ortsverein Plieningen/Birkach und Team Bildung Stuttgart

"Bildung für alle!"

Positionspapier zu Bildung, Betreuung und Sozialer Verantwortung

Bildung entscheidet nicht nur über den ökonomischen Erfolg einer Gesellschaft, sondern vor allem auch über die Lebensperspektiven und
Teilhabechancen jedes einzelnen jungen Menschen. Für ein zukunftsfähiges und lebenswertes Stuttgart setzt die SPD auf die Talente und Fähigkeiten aller Stuttgarter Kinder und Jugendlichen, unabhängig von nationaler und sozialer Herkunft. Kinder und Jugendliche erhalten eine umfassende individuelle Förderung und Begleitung, die sich an ihrem jeweiligen persönlichen und familiären Bedarf orientiert. Die SPD unterstützt alle Bestrebungen zu einer vollständigen Inklusion von Bildungseinrichtungen mit der gleichberechtigten Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen.
Unsere Stadt braucht Familien, die verantwortliche Erziehung ihrer Kinder und berufliche Tätigkeit miteinander in Einklang bringen können. Der rasche Ausbau von hochwertigen Bildungs- und Betreuungsangeboten hat für die SPD höchste Priorität. Jede Familie soll selbst entscheiden, welche Angebote sie in Anspruch nimmt. Die SPD garantiert jedoch allen Eltern mit Bedarf, zur Unterstützung ihrer Erziehung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, professionelle Ganztagesangebote für Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 16 Jahren zur Verfügung zu stellen. Die Wirtschaft wird aufgefordert, ihren Beitrag für familienfreundliche Arbeitsplätze zu leisten.

Kindertagesstätten und Schulen sind neben der Familie und der Jugendarbeit die zentralen Orte des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen, und damit Teil des kulturellen und sozialen Zusammenlebens. Sie benötigen die aktive Mitwirkung und Beteiligung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Einrichtungen im Gemeinwesen. Die SPD fordert den Ausbau lokaler Bildungspartnerschaften in der Stadt Stuttgart und ihren Stadtbezirken. Dies erfordert eine enge Verzahnung und Zusammenarbeit von Kindertagesstätten, Schulen, Jugendarbeit, sowie kulturellen und sozialen Einrichtungen im Gemeinwesen.

Über die Hälfte aller Stuttgarter Kinder und Jugendlichen kommen aus
Einwanderungsfamilien. Die Erlernung der deutschen Sprache ist für alle
Kinder und Jugendlichen eine wesentliche Grundlage für die erfolgreiche
Beteiligung in unserer Gesellschaft. Die SPD fordert deshalb integrative
Konzepte der Sprachförderung an allen Einrichtungen. Die verpflichtende
Mitwirkung der Eltern, insbesondere zur Teilnahme ihrer Kinder an der
Sprachförderung wird von der SPD angestrebt. Dazu notwendig sind
jedoch auch die Förderung von Mehrsprachigkeit und die Weiterentwicklung
von Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe zu Orten der
der kulturellen Vielfalt, Toleranz und Beteiligung.

Die SPD will sicherstellen, dass bis zum Jahr 2013 kostenfreie Plätze für 0 – 2 Jährige und Ganztageseinrichtungen für 2 – 6-Jährige in hoher Qualität verfügbar sind. Dazu werden Personalschlüssel verbessert und Gruppengrößen verkleinert. Für ein qualifiziertes Bildungs- und Betreuungsangebot müssen Einrichtungen verstärkt mit qualifiziertem Personal ausgestattet und zielgerichtete Weiterbildungen finanziert werden. Ganztagesangebote müssen in allen Ferien zugänglich sein und flexible Betreuungs-Settings auch am Abend und am Wochenende beinhalten.

Die SPD fordert die Einrichtung von mindestens einem Familien- oder Bürgerzentrum in jedem Stadtbezirk. Eltern brauchen Anlaufstellen für Austausch, Kontakte, Angebote der Elternbildung, individuelle Unterstützung und Beratung. Eine wichtige Aufgabe von Familienzentren besteht in der Förderung und Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern durch den Ausbau früher Hilfen und Netzwerke des Kinderschutzes, sowie aufsuchende Beratung und wohnortnahe Förderung.

Die Landeshauptstadt Stuttgart als wichtigster Schulträger im Land muss, im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger von der Landesregierung mit allem Nachdruck eine Bildungspolitik einfordern, mit der die weitere Ausgrenzung von Kindern und die Verschärfung sozialer Unterschiede gestoppt wird.. Dazu notwendig sind die generelle Einführung von Ganztagesangeboten, die Überwindung des dreigliedrigen Schulsystems und die sofortige verbindliche Einführung des 10. Schuljahres. Kommunen müssen als Schulträger mehr Rechte erhalten, um im Rahmen ihrer Budgetverantwortung eigenständige Profile entwickeln und Lehrkräfte einstellen zu können.

Die SPD versteht Bildung als umfassenden Prozess der Entwicklung und
und Entfaltung individueller Fähigkeiten, die Kindern und Jugendlichen
ermöglichen zu lernen, Leistungspotenziale zu entwickeln, Probleme zu
lösen und Beziehungen zu gestalten. Die Stadt Stuttgart muss ihre Schulen zu sozialen Bildungs- und Lernzentren verändern, in deren Mittelpunkt die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler stehen. Ziel ist die integrative und individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler, entsprechend ihrer Begabung und ihren Fähigkeiten. Jede Stuttgarter Schule erhält mindestens
eine Vollzeitstelle für die von freien Trägern durchgeführte Sozialarbeit
an Schulen.

Ganztagesangebote benötigen innovative Konzepte, die von einem
integrativen Bildungsbegriff mit vielfältigen Bildungsorten ausgehen. Alle
Stuttgarter Schulen müssen mit verbindlichen Ganztagesangeboten,
Vollverpflegung, professioneller Hausaufgabenhilfe und Betreuung
ausgestattet werden. Die SPD setzt sich ein für ein modernes ganztägiges
Bildungsangebot in und außerhalb der Schule, für gemeinsam verantwortete
Bildungsprozesse und die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung von
Kindern und Jugendlichen ein. Dies erfordert auch den Ausbau sportlicher,
musisch-kultureller und politischer Bildung in Kooperation der verschiedenen
Bildungsträger. Alle Kindertagesstätten und Schulen, sowie Organisationen
der außerschulischen Bildung erhalten eigene Budgets, um verbindliche
Angebote und Kooperationen dauerhaft, und unabhängig von
Projektfinanzierungen, anbieten und aufeinander abstimmen zu können.

Alle Stuttgarter Schulen benötigen ausreichende und zweckmäßige
Schulgebäude, in denen sich moderne Bildungskonzepte verwirklichen
lassen. Dazu gehören Gruppenräume, Lehrerarbeitsplätze, moderne
Infrastruktur und Technik sowie Plätze für Sport- und Freizeitaktivitäten. Zur
Modernisierung der Schulen fordert die SPD ein deutlich aufgestocktes
weiteres Ausbauprogramm, sowie ausreichende personelle Ausstattung
der für Planung und Durchführung zuständigen Abteilungen in der
Stadtverwaltung.

Einrichtungen und Angebote der Jugendhilfe haben einen eigenständigen
Bildungsauftrag und ermöglichen Kindern und Jugendlichen spezifische
Erfahrungen, Erlebnisse und Entwicklungschancen. Sie werden deshalb von
der SPD als gleichwertige Bildungspartner angesehen, die in alle Planungen einzubeziehen und ausreichend zu fördern sind. Gerade die außerschulische Jugendbildung mit ihren auf Freiwilligkeit und Beteiligung angelegten Angeboten, ihrer Förderung des ehrenamtlichen Engagements, sowie den Lern- und Erfahrungsräumen unter Gleichaltrigen (peer-groups) ist für die Ausgestaltung non-formaler Bildungsprozesse von besonderer Bedeutung
und bedarf der verlässlichen regelhaften Förderung.

Bildung endet nicht mit dem Schulabschluss. Berufliche Bildung vermittelt zentrale Kompetenzen für die Erwerbsarbeit, materielle Unabhängigkeit und
Identität junger Menschen. Jeder Stuttgarter Jugendliche muss deshalb die Chance auf einen grundlegenden schulischen Abschluss und eine berufsqualifizierende Ausbildung erhalten. Die SPD fordert deshalb neben
schulischen Nachqualifizierungen eine ausreichende Anzahl von betrieblichen und betriebsnahen Ausbildungsplätzen in der Zusammenarbeit von Betrieben, Stadt, Arbeitsagentur und örtlichen Bildungsträgern. Erfolgreiche Modelle, wie die assistierte Ausbildung und die Einführung von Produktionsschulen, sind
bedarfsgerecht auszubauen.

In unserer wohlhabenden und kinderfreundlichen Stadt Stuttgart darf kein Kind
aus Armut um seine Bildungschancen gebracht werden. Dazu fordert die SPD
sofortige Maßnahmen zur materiellen Grundsicherung von Familien, sowie
kostengünstiges hochwertiges Mittagessen, individuelle Förderung und
vollständige Lernmittelfreiheit für Kinder aus Familien mit geringem
Einkommen.

Der „2. Bildungsweg“ bietet einer großen Zahl von Stuttgarter Bürgerinnen und
Bürgern Bildungschancen über nachgeholte Schulabschlüsse. Dies geschieht
unter hohem zeitlichen Aufwand und ungerechten finanziellen Belastungen. Die
Stadt Stuttgart muss diesen Bildungsgängen dauerhaft gute
Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen, sowie die Förderung der Angebote
erhöhen und vereinheitlichen.

Weiterbildung stärkt im lebenslangen Lernen die politische und kulturelle
Kompetenz der Bürgerinnen und Bürger. Sie leistet einen wichtigen Beitrag
zur beruflichen Qualifizierung und damit auch zur Schaffung künftiger und
Sicherung vorhandener Arbeitsplätze. Diese vierte Säule des Bildungswesens
benötigt deshalb durch das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart
eine verstärkte Förderung. Weiterbildung muss für die Nutzer/innen finanziell
attraktiv und leicht zugänglich sein. Dazu ist ein strukturiertes Netzwerk unter
Federführung der Volkshochschule aufzubauen und zu finanzieren.

Die SPD im Stuttgarter Rathaus

Für Dich im Bundestag: Ute Vogt